EuGH überlässt Entscheidungen zu Erstattungsansprüchen bei Spielverlusten weiterhin nationalen Gerichten
Geschrieben von Ines Coleman · 26.6.2026

EuGH überlässt Entscheidungen zu Erstattungsansprüchen bei Spielverlusten weiterhin nationalen Gerichten

Der Europäische Gerichtshof verweist anhaltend Fragen zu Erstattungsansprüchen von Spielerverlusten aus unlizenzierten Online-Glücksspielen an nationale Gerichte in Deutschland und weiteren EU-Mitgliedstaaten, obwohl bereits mehrere Vorabentscheidungsersuchen und frühere Urteile vorliegen; diese Praxis lässt Haftungsfragen für Betreiber weiterhin offen und unterstreicht die anhaltende Rechtsunsicherheit im regulierten deutschen Glücksspielmarkt.
Im Juni 2026 beobachten Fachleute, dass der EuGH trotz wiederholter Anfragen aus deutschen Instanzen keine abschließende Klärung vornimmt, sondern die Bewertung konkreter Sachverhalte den zuständigen nationalen Behörden überlässt, was zu einer fortlaufenden Serie von Einzelverfahren führt.
Entwicklung der Vorabentscheidungsverfahren seit 2025
Mehrere Verfahren, darunter solche mit Bezug zu Fällen wie C-440/23, wurden dem EuGH vorgelegt, doch das Gericht entscheidet in den meisten Konstellationen nicht abschließend über die Erstattungspflicht, sondern formuliert allgemeine Leitlinien, die anschließend von deutschen Landgerichten oder Oberlandesgerichten auszulegen sind; diese Vorgehensweise wiederholt sich in ähnlichen Anträgen aus anderen Mitgliedstaaten wie den Niederlanden oder Österreich.
Deutsche Gerichte erhalten dadurch die Aufgabe, im Einzelfall zu prüfen, ob Spieler Ansprüche auf Rückzahlung von Verlusten geltend machen können, die bei Betreibern ohne deutsche Lizenz entstanden sind, während der EuGH die grundsätzliche Vereinbarkeit mit EU-Recht bereits in früheren Entscheidungen umrissen hat.
Auswirkungen auf Betreiber und Spieler in Deutschland
Betreiber sehen sich mit einer Situation konfrontiert, in der Haftungsrisiken nicht zentral geklärt werden, sodass parallele Klagen vor verschiedenen nationalen Instanzen anhängig bleiben und die Möglichkeit einer einheitlichen Rechtsanwendung eingeschränkt ist; Spieler wiederum müssen ihre Ansprüche individuell durchsetzen, was zu unterschiedlichen Ausgangssituationen je nach Bundesland führen kann.
Statistiken aus Gerichtsakten zeigen, dass die Zahl der eingereichten Erstattungsklagen in Deutschland seit 2025 weiter steigt, während die endgültige Entscheidungskompetenz bei den nationalen Gerichten liegt und der EuGH lediglich interpretative Hinweise gibt.

Vergleichbare Entwicklungen in anderen EU-Staaten
In weiteren EU-Ländern wiederholt sich das Muster, dass nationale Gerichte mit der konkreten Umsetzung von EuGH-Leitlinien befasst werden, ohne dass eine zentrale Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs die Einzelfragen abschließend regelt; dies führt zu einer fragmentierten Rechtslage, die Betreiber mit grenzüberschreitenden Angeboten vor Herausforderungen stellt.
Fachleute verweisen darauf, dass die Kombination aus früheren Urteilen und aktuellen Verweisungen an nationale Instanzen eine kontinuierliche Bearbeitung durch deutsche und europäische Gerichte erfordert, ohne dass eine abschließende Harmonisierung in Sicht ist.
Rechtliche Unsicherheit im deutschen Markt
Der regulierte deutsche Glücksspielmarkt, der durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 geprägt wird, bleibt von dieser Entwicklung betroffen, da die Frage der Erstattung von Verlusten aus vor der Lizenzvergabe oder ohne Lizenz durchgeführten Spielen nicht einheitlich geklärt ist; Gerichte in verschiedenen Bundesländern treffen daher unterschiedliche Entscheidungen auf Basis der vom EuGH bereitgestellten Rahmenbedingungen.
Beobachter der Branche stellen fest, dass die fortgesetzte Dezentralisierung der Entscheidungsfindung zu anhaltenden Verfahren führt und die Planungssicherheit für alle Beteiligten beeinträchtigt, ohne dass neue europaweite Vorgaben unmittelbar greifen.
Ausblick auf weitere Verfahren
Zukünftige Vorabentscheidungsersuchen aus Deutschland und anderen Staaten werden voraussichtlich erneut dem EuGH vorgelegt, doch das Muster der Verweisung an nationale Gerichte setzt sich fort und lässt die grundlegenden Haftungsfragen weiterhin offen; dies betrifft sowohl bestehende als auch neue Klagen im Zusammenhang mit unlizenzierten Angeboten.
Fazit
Die Praxis des EuGH, Entscheidungen zu Spielerverlust-Erstattungen an nationale Gerichte zu überlassen, prägt die Rechtslage in Deutschland und der EU weiterhin und erhält die Unsicherheit für Betreiber sowie Spieler aufrecht, während konkrete Fälle auf Ebene der Mitgliedstaaten bearbeitet werden. Various preliminary rulings on German gambling licensing and player refunds (e.g., ongoing cases from 2025–2026) verdeutlichen diese Entwicklung, die sich im Juni 2026 als fortlaufend darstellt.